
Rund 30 Euro für zwei Stück Folie – das ist beim Originalzubehör von Samsung fürs Galaxy Z Fold 8 erst einmal eine Ansage. Anti-Reflex-Beschichtungen sind aktuell bei vielen Herstellern das große Verkaufsargument, und entsprechend skeptisch bin ich in diesen Test gegangen. Um es vorwegzunehmen: Bei diesem Produkt stimmt das Versprechen tatsächlich.
- Gute Lesbarkeit: Die Displayschutzfolie kann störende Spiegelungen auf dem Display reduzieren und bietet eine gute Sichtbarkeit und Berührungsempfindlichkeit
- Hoher Schutz: Der Samsung Anti-Reflecting Screen Protector schützt das Display vor Kratzern und kleinen Beschädigungen; es ist kompatibel mit dem Touchscreen und dem Fingerabdruckscanner
- Maßgeschneidertes Zubehör: Original Samsung Cover sind passgenau auf Samsung Smartphones und ihre Einsatzzwecke abgestimmt und können so Schutz, Komfort und Design auf geeignete Weise vereinen
Lieferumfang: Der schwächste Punkt
Für 30 Euro bekommt man zwei Folien, einen Positionierrahmen, einen Schieber, ein Reinigungstuch und Staubentferner-Sticker. Genau diese Sticker sind das Ärgernis: Sie sind so klein, dass man das Display gefühlt zwanzigmal abtupfen muss – und dabei schneller neuen Staub aufsammelt, als man alten entfernt. Ich habe für die Montage kurzerhand den Sticker aus dem Spigen-Set verwendet, der ist um Längen besser.
Wer ohnehin eine Originalhülle von Samsung besitzt, sollte vorher nachsehen: Dort liegen häufig dieselben Folien bereits bei. Dann kann man sich die 30 Euro womöglich ganz sparen.
Montage: Einfach, mit einer Einschränkung
Der Positionierrahmen wird auf das Gerät gesetzt und lässt sich sogar fixieren, damit beim Aufkleben nichts verrutscht. Die Folie wird eingelegt und fällt praktisch von selbst in die richtige Position – dank unterschiedlicher Aussparungen kann man sie nicht einmal falsch herum einsetzen. Anschließend wird sie mit dem Schieber Stück für Stück angedrückt und die Trägerfolie abgezogen.
Falsch machen kann man dabei tatsächlich wenig. Bei mir saß die Folie am Ende trotzdem leicht schief – der Abstand zum Rand ist auf einer Seite deutlich größer als auf der anderen. Das lag nicht an der Handhabung, sondern offenbar am Zuschnitt beziehungsweise am Spiel im Rahmen. Ärgerlich bei einem Originalprodukt zu diesem Preis.
Direkt nach der Montage sichtbare Striche und Schlieren sind übrigens normal und verschwinden nach kurzer Zeit von selbst. Das ist typisch für diese Art Folie und kein Montagefehler.
Der Anti-Reflex-Test: Hier überzeugt es wirklich
Für den entscheidenden Test habe ich die zweite Folie abgezogen und schräg auf einen Teil des Displays geklebt, sodass beklebte und unbeklebte Fläche direkt nebeneinander liegen. Dann bin ich mit einer hellen Lampe darüber gefahren.
Der Unterschied ist eindeutig. An der beklebten Stelle wird die Reflexion regelrecht verschluckt, während sie direkt daneben klar sichtbar bleibt. Das ist kein Effekt, den man sich einbilden muss – man sieht ihn sofort. Zum Vergleich: Beim Spigen-Panzerglas, das ebenfalls mit Anti-Reflex beworben wird, war im selben Test kaum ein Unterschied auszumachen.
Wer also viel bei hellem Licht oder in der Sonne arbeitet und sich über Spiegelungen ärgert, bekommt hier tatsächlich, wofür bezahlt wird. Teuer für ein Stück Plastik, aber es hält, was es verspricht.
Die Nachteile: Farben und fehlender Sturzschutz
Zwei Punkte sollte man vor dem Kauf kennen. Erstens werden die Farben durch die Beschichtung minimal abgedunkelt – Weißflächen wirken eher gräulich als vorher. Das fällt nur im direkten Vergleich auf, ist aber vorhanden.
Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt: Eine Folie schützt ausschließlich vor Kratzern. Fällt das Gerät auf Asphalt, ist das Display trotzdem hin. Nur ein Panzerglas bricht an Stelle des Displays und bietet echten Sturzschutz. Wer also vor allem Angst vor einem Sturz hat, ist mit der Folie falsch beraten.
Kleiner optischer Kritikpunkt am Rande: Der Kameraausschnitt bleibt sichtbar und hätte sich vermutlich eleganter lösen lassen. Die Gesichtserkennung funktioniert davon unbeeindruckt – sogar minimal schneller als mit aufgeklebtem Panzerglas.
Fazit
Ein Produkt mit klarem Anwendungsprofil. Wer Spiegelungen als störend empfindet, bekommt hier die einzige Lösung im Testfeld, deren Entspiegelung im direkten Vergleich wirklich sichtbar ist. Wer dagegen Sturzschutz sucht, greift besser zum Panzerglas – und wer sein Innendisplay absichern will, braucht ohnehin ein anderes Produkt.
Welche Variante zu welchem Bedarf passt und wie die drei getesteten Produkte im direkten Vergleich abschneiden, habe ich in meinem Überblick zusammengefasst: Displayschutz fürs Z Fold 8 – Folie oder Panzerglas? beantwortet auch die Frage, wie sich das faltbare Innendisplay überhaupt schützen lässt.
