Apple verspricht beim iPhone 18 Pro 50 % Akku in nur 15 Minuten. Mein iPhone 17 Pro Max braucht dafür 20 Minuten, der Sprung wäre also groß. Ich habe das Versprechen am iPhone 18 Pro Max nachgemessen, streng nach Apples Spielregeln. Das Ergebnis: Ich habe die 50 % nicht geschafft. Außerdem hat sich ein 100-Watt-Netzteil als Fehlkauf herausgestellt, obwohl es die nötige Technik eigentlich beherrscht.

Was im Kleingedruckten steht

Die 50 % in 15 Minuten gelten laut Apples Fußnote nur unter bestimmten Bedingungen. Erstens ab einem Akkustand von 0 %. Das macht im Alltag niemand, für einen fairen Test musste ich es aber genauso machen. Zweitens mit Apples 40-W-Dynamic-Power-Adapter, der kurzzeitig bis zu 60 W liefern kann. Wer dieses Netzteil nicht hat, braucht laut Apple ein Ladegerät mit USB Power Delivery 3.1 oder neuer und einstellbarer Spannungsversorgung.

Diese einstellbare Spannung heißt AVS, Adjustable Voltage Supply. Das Problem: Die meisten Hersteller schreiben gar nicht in die Produktbeschreibung, ob ihr Netzteil AVS kann. Nachweisen lässt es sich nur mit einem USB-Messgerät, das das Protokoll ausliest.

AVS einfach erklärt

AVS ist keine Apple-Erfindung. Es steckt im USB-Standard, neu ist nur, dass das iPhone es jetzt nutzt. Samsung macht mit PPS schon seit Jahren etwas Ähnliches. Das Prinzip: Das iPhone sagt dem Netzteil genau, welche Spannung es gerade braucht, und beide stimmen sich laufend ab.

Früher lieferten Netzteile die Spannung in festen Stufen, wie auf einer Treppe. Diese Stufen passten nie genau, also musste das iPhone die Spannung intern herunterregeln. Dabei entsteht Wärme, und je wärmer das iPhone wird, desto langsamer lädt es. Mit AVS fällt dieser Umweg weg. Dazu kommt, dass das iPhone 18 Pro laut Apple bis zu 60 W laden kann statt 40 W wie das 17 Pro.

So habe ich getestet

Das iPhone war jeweils komplett leer. Vor jedem Durchgang habe ich die Temperatur der Rückseite gemessen und das iPhone auf etwa 26 bis 28 °C gebracht. Geladen habe ich mit dem originalen 3-Ampere-USB-C-Kabel aus der iPhone-Box. Ein USB-Messgerät zwischen Kabel und iPhone zeigte Leistung und Protokoll an. Timer und Strom habe ich gleichzeitig gestartet und nach exakt 15 Minuten den Strom abgeschaltet.

Test 1: Apples 40-W-Dynamic-Power-Adapter

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Apple 40W Dynamic Power Adapter mit 60 W Max ​​​​​​​
  • Der 40W Dynamic Power Adapter mit 60W Max wurde speziell entwickelt, um dynamisch bis zu 60 W Leistung zu liefern und das Laden deutlich schneller zu machen.
  • Mit Dynamic Power bekommst du viele der Vorteile von Adaptern mit höheren Wattzahlen in einer kompakten, taschenfreundlichen Größe.
  • So kannst du zu Hause, im Büro oder unterwegs schneller und bequemer laden denn je. Kombiniere den Dynamic Power Adapter für schnelles Laden mit iPhone 17 Modellen (bis zu 50 % in 20 Minuten) oder dem iPhone Air (bis zu 50 % in 30 Minuten). Oder nutze ihn mit 11" iPad Pro Modellen (bis zu 50 % in 30 Minuten) oder 13" iPad Pro Modellen (bis zu 50 % in 35 Minuten).
  • Kompatibel mit USB‑C fähigen Geräten.
  • Ladekabel separat erhältlich.

Schon das Netzteil selbst hat ein cooles neues Detail: Die Steckerstifte verschwinden im Gehäuse und fahren auf Knopfdruck heraus. Beim Laden zeigte das Messgerät sofort AVS an. Die Leistung stieg auf 48 W, dann auf 51 W, kurz waren es 52 W. Die 60 W habe ich nie gesehen. Gegen Ende fiel die Leistung auf 42, 38 und schließlich 34 W.

Nach 15 Minuten stand der Akku bei 47 %, die Rückseite hatte 37 °C. Die 50 % habe ich also knapp verpasst. Ich vermute, dass es an der Raumtemperatur lag. Apple misst meines Wissens bei 16 bis 22 °C, bei mir waren es eher 22 °C. In einem kühleren Raum wären die 50 % vielleicht drin gewesen.

Test 2: Ugreen Nexode Pro 100 W

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Das Ugreen Nexode Pro kann AVS, das habe ich vorher mit dem Messgerät ausgelesen. Ich hatte also die Hoffnung, dass man sich damit das Apple-Netzteil sparen kann, zumal viele so ein Netzteil schon zu Hause haben. Doch das Messgerät zeigte beim Laden kein AVS an. Das iPhone nimmt das AVS des Ugreen schlicht nicht an. Warum, weiß ich nicht. Laut Apple sollte ein Netzteil mit USB PD 3.1 und einstellbarer Spannung genügen, und genau das ist das Ugreen.

Ohne AVS kam das Ugreen nie über rund 43 W. Nach 15 Minuten stand der Akku bei 44 %, die Rückseite hatte 36 °C.

Was die Zahlen zeigen

Der Unterschied im Akkustand ist mit 3 Prozentpunkten klein. Interessanter ist ein anderer Punkt. Das Apple-Netzteil hat über 10 Watt mehr geliefert und ist dabei nur etwa 1 Grad wärmer geworden. Genau das ist der Vorteil von AVS: mehr Leistung bei kaum mehr Wärme.

Außerdem lädt das iPhone 18 Pro Max in der Praxis offenbar nicht mit 60 W. Selbst mit Apples eigenem Netzteil blieb es bei rund 52 bis 53 W stehen. Auch ChargerLab hat in der Spitze 53 W gemessen. Zwischen Pro und Pro Max gibt es dabei laut Apple keinen Unterschied.

Wie schnell euer eigenes iPhone mit eurem Netzteil lädt, könnt ihr übrigens mit meinem kostenlosen Ladecheck herausfinden.

Fazit: Lohnt sich ein AVS-Netzteil von Drittherstellern?

Stand jetzt: nein, zumindest nicht das Ugreen Nexode Pro. Wer es nur gekauft hat, um das iPhone 18 Pro in 15 Minuten auf 50 % zu bringen, sollte es zurückschicken. Ich schicke meines auch zurück. Als Netzteil ist es trotzdem nicht schlecht, 44 % in 15 Minuten sind ordentlich. Das Apple-Netzteil ist aber das einzige im Test, bei dem das iPhone AVS wirklich nutzt. Die 50 % hat allerdings auch Apple bei mir nicht geschafft. 47 % sind trotzdem ein gutes Ergebnis.

Ich suche jetzt nach einem Netzteil von einem anderen Hersteller, bei dem das iPhone AVS annimmt. Dazu kommt ein eigenes Video.

Weitere Tests zum iPhone 18 Pro

Wenn ihr euer neues iPhone schützen wollt, findet ihr meine Testsieger bei den iPhone 18 Pro Hüllen und beim iPhone 18 Pro Panzerglas. Wer eher aufs Falt-iPhone wartet, schaut in meine Tests zu iPhone Duo Hüllen und iPhone Duo Panzerglas.

iPhone 18 Pro: 50 % in 15 Minuten? Test mit Apple-Netzteil & AVS