Die Apple Watch Ultra 4 ist die beste Uhr, die Apple je gebaut hat. Für einen Teil von euch ist sie trotzdem rausgeschmissenes Geld, für einen anderen der größte Sprung seit der ersten Ultra. Welcher Fall zutrifft, hängt nur an einer Frage: Welche Uhr tragt ihr gerade? Ich gehe jedes Modell einzeln durch. Alle Zahlen stammen aus Apples Datenblatt.
Was wirklich neu ist
Akku: 50 Stunden bei normaler Nutzung statt 42. Im Stromsparmodus 84 statt 72 Stunden.
Laden: 15 Minuten am Kabel ergeben jetzt bis zu 18 Stunden Laufzeit. Bei Ultra 2 und Ultra 3 waren es 12. Von 0 auf 80 Prozent dauert es weiterhin etwa 45 Minuten. Wichtig: Das Schnellladen funktioniert nur mit dem neuen Ladepuck, der beiliegt. Der alte Puck vom Nachttisch schafft es nicht.
Sensoren: Die Uhr misst die Herzfrequenz jetzt alle fünf Sekunden im Hintergrund und die Herzfrequenzvariabilität bis zu 24-mal häufiger als vorher.
Tagesform: ein Wert von 0 bis 10, jeden Morgen neu berechnet aus Aktivität, Trainingsbelastung, Vitalzeichen und Schlaf. Dazu eine Empfehlung: erholen, ruhig angehen, bereit oder volle Kraft.
Und ein Satz entscheidet über dieses ganze Thema: Die Tagesform gibt es nur auf der Ultra 4 und der neuen Series 12. Nicht auf der Ultra 3, nicht auf der Ultra 2, und kein Update wird das ändern, weil die Funktion an den neuen Sensoren hängt.
Was gleich geblieben ist
Das Display mit 3000 Nits und 49 Millimetern hatte schon die Ultra 2. Das Titangehäuse ist dasselbe, ebenso die Größe. Tauchen bis 40 Meter, die Sirene und auch der Satellit sind nicht neu, den gab es bereits bei der Ultra 3. Wer eine Ultra 3 besitzt, hält optisch und haptisch bereits diese Uhr in der Hand.
Ihr habt eine Ultra 3
Dann lautet die Antwort nein. Ihr habt dasselbe Display, dasselbe Gehäuse, denselben Tiefenmesser, dieselbe Sirene und den Satelliten. Was ihr bekommt, sind 8 Stunden mehr Akku, 6 Stunden mehr nach einer Viertelstunde Laden, eine Chip-Generation und die Tagesform. Dafür 899 Euro bei einer ein Jahr alten Uhr?
Rechnet die 8 Stunden einmal auf euren Alltag um: Mit 42 Stunden kommt ihr zwei Tage durch, mit 50 Stunden ebenfalls. Der dritte Tag ist in beiden Fällen nicht drin. Bleibt die Tagesform, und die ist tatsächlich neu. Trotzdem: behalten.
Ihr habt eine Ultra 2
Hier wird es zum ersten Mal ernst, und zwar wegen einer Sache, die nichts mit Gesundheit zu tun hat: Eure Uhr kann keine Satellitenverbindung. Die gab es erst ab der Ultra 3. Wer wandert, auf Tour ist, in die Berge geht oder segelt, hat ohne Netz aktuell nichts. Mit der Ultra 4 könnt ihr ohne Netz und WLAN einen Notruf absetzen, zwei Jahre ab Aktivierung kostenlos.
Dazu kommt der Akku: 36 gegen 50 Stunden. Das ist der Unterschied, der ein Wochenende ohne Ladegerät möglich macht. Plus zwei Chip-Generationen, vom S9 auf den S11, und die Tagesform.
Wenn eure Ultra 2 dagegen vor allem Benachrichtigungen anzeigt und im Fitnessstudio mitläuft, ist der Satellit kein Argument. Dann lest weiter unten beim Abschnitt zur Series 12.
Ihr habt die erste Ultra von 2022
Da braucht es keine lange Diskussion: Wechseln. Der Satellit fehlt, das Display macht 2000 statt 3000 Nits, was man draußen in der Sonne sofort merkt. Der Akku geht von 36 auf 50 Stunden, und vom S8 auf den S11 sind es drei Generationen.
Dazu kommt etwas, das in keiner Tabelle steht: Euer Akku ist vier Jahre alt. Die 36 Stunden aus dem Datenblatt schafft eure Uhr heute mit Sicherheit nicht mehr. Schaut in den Einstellungen unter Batteriekapazität nach, dann wisst ihr, wo ihr wirklich steht.
Ihr habt eine normale Apple Watch
Hier geht es nicht um ein Upgrade, sondern um den Wechsel in eine andere Geräteklasse. Und das muss man ehrlich in beide Richtungen sagen.
Was ihr gewinnt:
✓ 50 statt 24 Stunden Akku
✓ Satellitenverbindung
✓ Tiefenmesser bis 40 statt 6 Meter
✓ Titangehäuse, das mehr wegsteckt
✓ Sirene
✓ 3000 statt 2000 Nits
Was ihr verliert, und das lassen die meisten Videos weg: Die Ultra 4 wiegt 63 Gramm. Eine Series 12 beginnt bei 32 Gramm in 42 Millimetern und knapp 39 Gramm in 46 Millimetern. Gegenüber der kleinen Series tragt ihr also fast das Doppelte am Handgelenk. Das merkt man beim Sport, beim Schlafen und bei schmalen Handgelenken auch optisch. Die Ultra gibt es nur in 49 Millimetern, eine kleine Version existiert nicht.
Mein Rat: Wenn ihr die Uhr nachts tragt, um den Schlaf zu messen, probiert die Ultra vorher im Laden an. Nicht zwei Minuten, sondern richtig. Die Leute, die eine Ultra zurückgeben, tun das fast immer wegen Größe und Gewicht, nicht wegen der Technik.
Der Punkt, den viele übersehen: die Series 12
Die Series 12 hat denselben S11-Chip wie die Ultra 4. Sie hat dieselbe Tagesform-Funktion, dieselben neuen Sensoren und dieselbe Vitalzeichen-App. Sie kostet ab 449 Euro, die Ultra 4 ab 899 Euro.
Nüchtern betrachtet heißt das: Wenn euer Grund für den Wechsel die neuen Gesundheitsfunktionen sind, und bei den meisten, die mir schreiben, ist es genau das, dann zahlt ihr bei der Ultra 4 rund 450 Euro für Dinge, die mit Gesundheit nichts zu tun haben. Für Akku, Satellit, Tauchen, Titan und Helligkeit.
✓ Series 12, wenn ihr die neuen Gesundheitsfunktionen wollt, jeden Tag laden könnt und nicht dort unterwegs seid, wo das Netz wegfällt.
✓ Ultra 4, wenn ihr wandert, taucht, lange unterwegs seid oder die Uhr zwei Tage ohne Ladegerät tragen wollt.
✓ SE 3 ab 269 Euro, wenn euch Nachrichten und Schritte reichen. Die Tagesform hat sie nicht, aber viele nutzen ohnehin nur genau das.
Fazit
Ultra 3: behalten, der Unterschied ist zu klein für 899 Euro. Ultra 2: wechseln, wenn ihr draußen unterwegs seid, sonst eher Series 12. Erste Ultra: auf jeden Fall wechseln. Normale Series: nur, wenn ihr Akku, Satellit oder Tauchen wirklich braucht, und vorher das Gewicht anprobieren. Wer nur die neuen Gesundheitsfunktionen will, bekommt sie mit der Series 12 für die Hälfte.
Das Teuerste ist nicht immer das Richtige. Bei dieser Generation liegt der Unterschied zum ersten Mal nicht in der Gesundheit, sondern im Gelände.
Passend zum neuen iPhone
Wer die Uhr wechselt, hat meistens auch ein neues iPhone dabei. Meine Testsieger findet ihr im Vergleich der besten iPhone 18 Pro Hüllen und im iPhone 18 Pro Panzerglas Test. Wer auf das Falt-iPhone wartet, schaut in meine Tests zu iPhone Duo Hüllen und iPhone Duo Panzerglas. Und mit dem kostenlosen Ladecheck prüft ihr, wie schnell euer Netzteil wirklich lädt.

