Sechs Millimeter. Das ist die Zahl, mit der Xiaomi diese Powerbank verkauft, und sie stimmt exakt — ich habe sie mit dem Messschieber nachgemessen. 98 Gramm sollen es sein, meine Waage sagt 99, wobei Xiaomi in den eigenen Produktbildern selbst zwischen 98 und 99 schwankt. Geschenkt. Bei 5000 mAh Kapazität ist das beeindruckend, und der Vergleich macht es deutlich: Die Anker MagSafe Powerbank, die ich zuletzt getestet habe, ist 8,6 Millimeter dick und 122 Gramm schwer. Die Xiaomi ist also fast ein Drittel dünner und deutlich leichter — bei identischer Kapazität.

Trotzdem hat dieses Gerät auffällig schlechte Bewertungen. Und genau das war der Anlass für diesen Test. Denn die Kritik in den Rezensionen ist teilweise berechtigt, teilweise komplett falsch — und der eigentliche Haken steht an keiner der beiden Stellen.

Keine Produkte gefunden.

Warum sie so dünn sein kann

Der Trick steckt in der Zelle. Statt reinem Graphit kommt hier Silizium im Anodenmaterial zum Einsatz. Silizium speichert im gleichen Volumen deutlich mehr Energie, deshalb passen dieselben 5000 mAh in eine viel flachere Zelle. Das ist echte Ingenieursleistung und kein Marketing-Trick. Nur: Diese Bauhöhe bezahlst du an zwei Stellen, und beide habe ich gemessen.

Die 15 Watt kommen nicht — und Xiaomi weiß das

Xiaomi wirbt mit „bis zu 15 Watt kabellosem Laden per MagSafe“. Auf dem Amazon-Angebot ist ein iPhone zu sehen, es wird von MagSafe geredet, es wird von 15 Watt geredet. Jeder normale Käufer zieht daraus einen Schluss — und der ist falsch.

Ich habe ein iPhone 17 Pro Max bei genau 20 Prozent Akkustand angesetzt, Display aus, Flugmodus an, 15 Minuten laden lassen. Ergebnis: fünf Prozentpunkte. Umgerechnet landen damit rund 3,8 Watt im Akku, die Powerbank gibt etwa 5,6 Watt ab. Zur Einordnung: Ein Qi2-zertifiziertes Gerät dürfte am iPhone 15 Watt liefern. Wir sind bei einem guten Viertel davon.

Der Grund ist keine schwache Elektronik, sondern eine fehlende Freigabe. Diese Powerbank hat kein Qi2. Ohne dieses Zertifikat von Apple darf sie ein iPhone gar nicht mit 15 Watt laden, egal wie leistungsfähig sie wäre. Und Xiaomi schreibt das durchaus hin — ganz klein, unten in den Produktbildern: „Geräte der Marke iPhone unterstützen bis zu 7,5 Watt magnetisches kabelloses Laden.“ So klein, dass es praktisch niemand liest. Genau daraus entstehen die schlechten Bewertungen. Die Powerbank ist nicht schwach, das Angebot ist irreführend.

Per Kabel sieht es dagegen richtig gut aus. Angegeben sind 22,5 Watt, mein Strommesser zeigt konstant 21,1 Watt über die gesamte Messdauer. Das ist ein sauberer Wert, und das iPhone lädt damit sichtbar schneller. Powerbank und Smartphone gleichzeitig laden funktioniert ebenfalls ohne Einschränkung.

Der eigentliche Haken: die Haltekraft

Das ist für mich das deutlichste Ergebnis des ganzen Tests. Ich habe an beiden Powerbanks mit einem Zugmessgerät gezogen, jeweils dreimal, Spitzenwert in Kilogramm.

Die Anker hält mit 1,01 Kilogramm. Die Xiaomi mit 0,52 — im Schnitt aus 0,52, 0,50 und 0,59. Das ist knapp die Hälfte, bei einem Gerät, dessen einzige Aufgabe es ist, an deinem Handy zu kleben. Und man merkt es sofort beim Anfassen: Das Teil rutscht auf der Rückseite herum und geht bei der kleinsten Bewegung ab. Auch das ist eine direkte Folge der sechs Millimeter — dickere Magnete passen da einfach nicht rein.

Wer sein Zubehör lieber nach Passform als nach Millimetern aussucht, findet in meinem großen Hüllenvergleich für das iPhone 17 Pro übrigens auch die Modelle, bei denen MagSafe trotz Hülle zuverlässig durchgreift — das ist bei einer so schwachen Powerbank noch wichtiger als sonst.

Die Hosentaschen-Hitze: hier widerspreche ich den Rezensenten

Ein wiederkehrender Vorwurf lautet, das Gerät werde in der Hosentasche so heiß, dass kaum noch geladen wird. Ein Rezensent schreibt von 5 bis 10 Prozent in mehreren Stunden. Das kann ich nicht bestätigen — nicht ansatzweise.

Ich habe die Powerbank samt iPhone 15 Minuten in der Hosentasche getragen, mit der warmen Seite direkt am Bein. Ergebnis: vier Prozentpunkte statt fünf, also rund 20 Prozent langsamer. Die Temperatur steigt von 35 auf 37 Grad. Kritisch wird es für einen Lithium-Akku erst ab etwa 40 Grad — der Akku nimmt hier also keinen Schaden.

Interessant war etwas anderes: Ich habe an beiden Seiten gemessen, an der Powerbank und an der iPhone-Rückseite. Beide lagen bei denselben 35 Grad. Die zwei sind thermisch ein einziger Block. Das Handy kann seine Wärme nicht nach hinten abgeben, weil dort die Powerbank wie eine Decke klebt.

Und ich habe einen Verdacht, den ich ausdrücklich nicht bewiesen habe: Wenn eine Powerbank nur mit einem halben Kilo hält, verrutscht sie beim Gehen oder fällt ab. Dann lädt gar nichts mehr. Das würde die Erfahrung dieser Rezensenten deutlich besser erklären als die Hitze. Das teste ich noch separat.

Ehrlichkeit bei den Zahlen

Diese Werte stammen aus 15-Minuten-Messungen. Das reicht für die Richtung, aber nicht für die Nachkommastelle. iOS zeigt nur ganze Prozent an, und bei fünf Prozent ist ein Prozentpunkt Ablesefehler schon 20 Prozent Messfehler. Ich lasse beide Durchläufe deshalb noch einmal eine volle Stunde laufen und liefere die genauen Zahlen nach.

Vorteile und Nachteile

Mit 6,0 mm nachgemessen die dünnste Powerbank, die man kaufen kann
99 Gramm — fast ein Viertel leichter als die Anker bei gleicher Kapazität
Kabelgebunden konstant 21,1 Watt, sehr sauberer Wert
Laden von Powerbank und Handy gleichzeitig funktioniert problemlos
Temperatur unkritisch, auch in der Hosentasche
Alle Leistungsangaben sind aufgedruckt, Mitnahme im Flugzeug ist damit geklärt

Kein Qi2 — am iPhone sind nur 7,5 Watt erlaubt, nicht die bewerbenen 15
Haltekraft von nur 0,52 kg, etwa die Hälfte der Anker
Rutscht auf der Rückseite und löst sich bei Bewegung leicht
Das Amazon-Angebot legt eine Ladeleistung nahe, die das Gerät nicht liefern darf
Kabellos gemessen nur 3,8 Watt im Akku — ein gutes Viertel des Qi2-Niveaus

Fazit

50 Euro für die dünnste Powerbank, die man kaufen kann. Wenn dir dünn über alles geht, weil sie in die Hemdtasche soll, dann ist sie konkurrenzlos — es gibt schlicht nichts Flacheres. Wenn du sie aber zum Laden kaufst, bekommst du für dasselbe Geld ein Qi2-Gerät, das doppelt so schnell lädt und doppelt so fest hält.

Ich hätte gern gesagt, die sechs Millimeter sind ein Wunder. Sie sind ein Tauschgeschäft — und du solltest wissen, was du dafür hergibst. Wenn dein iPhone ohnehin noch Schutz braucht, lohnt vorher ein Blick auf die vier Panzergläser, die im Test überzeugt haben — die kosten zusammen weniger als diese Powerbank und verhindern echte Schäden.

Angebot
Anker Nano magnetische ultraschlanke Powerbank Qi2 15W
  • Ultra-schlanke, Qi2-kompatible magnetische Powerbank: Erlebe die Raffinesse einer nur 0,86 cm dünnen Powerbank, die mit 5000mAh zuverlässig für dein Ladebedürfnis sorgt.
  • Maximale Sicherheit und Geschwindigkeit: Lade schneller und sicherer – dank Qi2 MagSafe-Kompatibilität, kontinuierlichem Akkuschutz und kraftvoller 20W Max USB-C Ladeleistung.
  • 15W MagSafe-kompatibles Schnellladen: Mit 15W Max MagSafe-kompatiblem Schnellladen sorgt die Anker Nano Powerbank für blitzschnelles Laden und hat dein iPhone 16 Pro in nur 42 Minuten wieder auf 25% Akku aufgeladen. (Daten basieren auf internen Tests, tatsächliche Ladegeschwindigkeiten können variieren.)
  • Unter 40°C für sicheres Laden: Mit der innovativen Graphen-Kühltechnologie, dualen NTC-Chips und cleveren Ladeanpassungen bleibt diese Powerbank bei maximaler Leistung angenehm kühl – 14 Grad unter dem Branchendurchschnitt für sichere und zuverlässige Ladeerlebnisse.
  • Lieferumfang: Anker Nano Powerbank (5K, MagGo, Slim), USB-C auf USB-C Ladekabel, Bedienungsanleitung, 24 Monate Garantie und unser freundlicher Kundenservice, der immer für dich da ist.
Xiaomi Ultrathin MagSafe Powerbank: 6 Millimeter sind kein Wunder, sondern ein Tauschgeschäft