
Auf dem Netzteil stehen 45 Watt. Mein iPhone 17 Pro Max nimmt davon höchstens 40 – und die meiste Zeit 36. Ein Samsung nimmt 27. Oder 45. Oder 60. Welche dieser Zahlen du bekommst, entscheidet nicht die große Zahl vorne auf dem Netzteil, sondern eine kleine Zeile auf dem Typenschild, die kaum jemand liest. In diesem Beitrag erkläre ich, was beim Einstecken wirklich passiert, warum fast jeder am falschen Ende anfängt – und wie du ohne Messgerät herausfindest, wo bei dir die Bremse sitzt.
Lädt dein Handy wirklich mit voller Leistung?
Mein Ladecheck sagt dir in zwei Minuten, ob dein Netzteil, dein Kabel oder das Ladeprotokoll bremst – Netzteil fotografieren, Handy wählen, fertig. Kostenlos, ohne App, direkt im Browser.
Das Missverständnis: Die erste Frage ist nie das Netzteil
Die meisten schauen zuerst aufs Netzteil: 45, 65, 100 Watt – je mehr, desto besser. Aber die erste Frage ist eine andere: Was kann mein Handy überhaupt aufnehmen? Und das steht nicht auf dem Netzteil, das steht im Handy fest. Ein iPhone 17 Pro Max nimmt höchstens 40 Watt. Ein Samsung S26 Ultra bis zu 60. Ein normales S26 oder ein Flip: 25. Ein älteres iPhone: 20 bis 27. Darüber kommst du nicht, egal was du ansteckst.
Stell dir das Netzteil als Glas vor und das Handy als Strohhalm. Wie schnell du trinkst, bestimmt der Strohhalm, nicht das Glas. Ob im Glas 45, 65 oder 100 drin sind, ist dem Strohhalm egal. Ein größeres Glas schadet nicht – es bringt nur nichts. Diese Entscheidung fällt in der Sekunde, in der du das Kabel einsteckst: Netzteil und Handy verhandeln, was geliefert wird. Und diese Verhandlung hat zwei Dialekte. Das iPhone spricht einen davon nicht.
Die Treppe: USB Power Delivery
Der normale Weg heißt USB Power Delivery, kurz PD. Das kann so gut wie jedes moderne Netzteil. Es liefert Strom in festen Stufen: 5, 9, 15 und 20 Volt. Wie eine Treppe – dazwischen gibt es nichts. Dein Akku will aber gar keine 15 Volt, er arbeitet mit etwa 4. Warum bekommt das Handy dann 15?
Weil Watt gleich Volt mal Ampere ist. Volt ist der Druck, Ampere die Menge, die gleichzeitig durchs Kabel passt – und die ist bei einem normalen USB-C-Kabel auf 3 Ampere gedeckelt. 5 Volt mal 3 Ampere sind 15 Watt, mehr geht bei 5 Volt nicht durch. Willst du 45 Watt, dreht das Netzteil den Druck hoch: 15 Volt mal 3 Ampere. Das Kabel ist fix, also dreht das Netzteil an der Spannung.
Der Haken: Das Handy bekommt 15 Volt, der Akku will 4. Also muss ein Chip im Handy runterwandeln – und das geht nicht verlustfrei. Stell dir einen halb zugedrehten Wasserhahn vor: Wo du bremst, entsteht Reibung. Beim Strom heißt Reibung Wärme. Deshalb wird dein Handy beim Schnellladen warm, und ein warmes Handy drosselt sich selbst. Schnell nur die ersten Minuten, dann bremst es.
Die Rampe: PPS bei Samsung und Pixel
PPS steht für Programmable Power Supply. Statt Treppe eine Rampe: Das Handy sagt „gib mir 8,7 Volt“, und das Netzteil stellt genau 8,7 Volt ein, in Schritten von zwei Hundertstel Volt. Der Chip im Handy muss kaum noch wandeln, die Hauptarbeit macht das Netzteil. Das Netzteil wird wärmer, das Handy bleibt kühl – und ein kühles Handy darf länger schnell laden. Samsung nennt das Super Fast Charging.
Aber PPS ist keine Ja-oder-Nein-Frage. Die eigentliche Falle ist eine Zahl dahinter, die oft gar nicht draufsteht. Das Anker Nano 45 W kann PPS – aber nur mit 3 Ampere, nicht mit 5. Ein Galaxy S24 Ultra will für seine 45 Watt aber 5 Ampere. Ergebnis: 9 Volt mal 3 Ampere, 27 Watt. Das schreibt Anker selbst auf der Produktseite. Und ein 5-Ampere-Kabel hilft nicht – ein Kabel kann nur bremsen, nie beschleunigen. Für die vollen 45 müssen alle drei 5 Ampere können: Netzteil, Kabel, Handy.
Seit dem S25 Plus geht Samsung den anderen Weg: nicht mehr Ampere, sondern mehr Volt. 45 Watt sind jetzt 15 Volt mal 3 Ampere, die 60 Watt des S26 Ultra sind 20 Volt mal 3 Ampere. Deshalb reicht beim neuen Samsung das Kabel aus der Schachtel. Dafür zählt jetzt eine andere Zahl: Wie hoch geht die Rampe? Endet sie bei 11 oder 16 Volt, gibt es keine 60 Watt – egal was vorne draufsteht.
Das Typenschild lesen
Auf meinem 67-Watt-Netzteil steht in der ersten Zeile: 5 V 3 A, 9 V, 12 V, 15 V, 20 V. Feste Werte – die Treppe. In der zweiten Zeile: PPS 3,3–20 V, 3,35 A. Ein Bereich mit Strich – die Rampe. In dieser einen Zeile stecken beide Zahlen: vorne die Volt bis 20, das reicht für jedes neue Samsung bis zum S26 Ultra. Hinten die Ampere, 3,35 – das reicht für ein S24 Ultra nicht, das will 5. Sobald du diese Zeile lesen kannst, weißt du für jedes Netzteil, was es für dein Handy kann.
Und das iPhone? AVS statt PPS
Das iPhone kann kein PPS und hat es nie gekonnt. Seit dem iPhone 17 kann es aber etwas, das fast genauso funktioniert: AVS, Adjustable Voltage Supply, Teil des neuen Standards PD 3.2. Auch eine Rampe, in Schritten von einem Zehntel Volt statt zwei Hundertsteln. Gleiche Idee, anderer Name. In Messungen kommt das iPhone 17 Pro Max kurz auf knapp 40 Watt, wenn der Akku leer und kühl ist, danach pendelt es sich bei 36 ein. Das haben die Messprofis von ChargerLAB so gemessen, und ich komme auf dieselben 36 Watt.
Der Vorteil ist derselbe wie bei PPS: Die Wärme wandert ins Netzteil. Und Apple hält es einfach – jedes normale PD-Netzteil funktioniert am iPhone, du kannst nichts falsch kaufen. Der Nachteil: Dein altes Netzteil kann kein AVS. Dafür brauchst du eins mit PD 3.2 auf der Packung. Fürs iPhone gilt also: kein PPS nötig, keine Wattzahl über 40 nötig, ein normales 3-Ampere-Kabel reicht immer.
Die zwei Bremsen, die auf keinem Netzteil stehen
Erstens das Kabel. Bis 60 Watt reicht ein 3-Ampere-Kabel, denn 20 Volt mal 3 Ampere sind 60. Darüber brauchst du 5 Ampere: 20 Volt mal 5 sind 100 Watt. Das ist Laptop- und Tablet-Territorium – und Samsung bis zum S24. Von außen sind 3- und 5-Ampere-Kabel nicht zu unterscheiden, und kein Handy der Welt kann ein Kabel auslesen.
Zweitens, und das ist die häufigste Bremse überhaupt: USB-A. Der breite alte Stecker. Steckt irgendwo in deiner Kette ein USB-A, ist beim iPhone bei 12 Watt Schluss, bei Android bei 15 bis 18. Egal was auf dem Netzteil steht, egal welches Kabel. Denn das schnelle Verhandeln zwischen Handy und Netzteil funktioniert nur über USB-C. USB-A ist ein Knick im Strohhalm. Er steckt im alten Netzteil vom Vor-Vor-Handy, im Mehrfachstecker im Auto, in der Powerbank mit dem breiten Ausgang, in der Hotel-Nachttischlampe. Auf meinem 67-Watt-Netzteil stehen für den USB-A-Port 45 Watt. Am iPhone kommen daraus 12.
Der Ladecheck: In 15 Minuten wissen, wo die Bremse sitzt
Weil mich genau das so genervt hat, habe ich ein Tool gebaut. Der Ladecheck läuft kostenlos im Browser und funktioniert nach den Regeln aus diesem Beitrag. Er erkennt dein Handy von selbst – an Displaygröße und Bildwiederholrate – und weiß, wie viel es maximal ziehen kann. Dann fotografierst du das Typenschild deines Netzteils, und die Seite liest Wattzahl, Spannungsstufen und PPS-Bereich per KI aus. Steckt ein USB-A in der Kette, bekommst du die Diagnose sofort. Alles andere misst die Uhr: Akkustand unter 40 Prozent eintragen, Handy anstecken, Display aus, 15 Minuten liegen lassen, neuen Akkustand eintragen.
Das Ergebnis ist ein Ausschlussverfahren. Netzteil kann 45, Handy nimmt 45, angekommen sind 27 – dann ist das Kabel der wahrscheinlichste Verdächtige. Und wenn alles passt, sagt das Tool genau das: Kauf nichts. Das ist der Satz, den du auf keiner Verkaufsseite liest. Ehrlich dazu: Es ist eine grobe Einordnung, kein Messgerät. Es unterscheidet 5 von 20 von 45 Watt. Mehr muss es nicht.
Die Kombi, die alles kann
Wenn du auf das alles keinen Bock hast: Ein UGREEN-Netzteil mit 100 Watt, PD 3.2 mit AVS für das iPhone 17, PPS bis 21 Volt für das neue Samsung, 5 Ampere für das alte Samsung – plus ein 5-Ampere-Kabel für rund 7 Euro. Damit lädt jedes iPhone, jedes Samsung, jedes Pixel und jeder Laptop bis 100 Watt mit dem Maximum, das das Gerät kann. Einzige Ausnahme: Handys mit eigenem Turbo-Protokoll wie Xiaomi oder OnePlus mit 100 Watt und mehr – die wollen ihr eigenes Netzteil.
- Smarter und transparenter Ladestatus:Das intelligente Display zeigt dir in Echtzeit Leistung, Temperatur und Ladeprotokolle jedes Ports an. Mit der intuitiven Touch-Steuerung wechselst du mühelos zwischen den Modi – für absolute Kontrolle, egal ob zu Hause oder unterwegs.
- 4-IN-1, bleibt schnell: Genieße gleichzeitiges schnelles Laden mit einer Gesamtleistung von 100W und 4 Anschlüssen für Laptop, Tablet, Handys usw. Stromstärke, Spannung, Leistung und Ladeprotokoll für jeden Anschluss werden klar und präzise angezeigt. Einfach zu kontrollieren, alles im Blick.
- 100W Max Power für Laptops: Die fortschrittliche GaN-Technologie liefert jedem USB-C1/C2 Anschluss einzeln stabil volle 100W Power, um ein MacBook Pro 14" in nur 30 Min. von 0% auf 54% zu laden. Schnell. Sicher. Pro
- Design, passt zum Pro: Dank des einklappbaren Steckers und der GaN-Technik ist dieses Nexode Pro Ladegerät perfekt für unterwegs oder auf Reisen. Die intuitive Touch-Oberfläche und das 360° drehbarer Display ermöglicht dir eine mühelose Steuerung. Zwei Echtzeit-Ladeschutzmodi sorgen für einen noch sichereren und zuverlässigeren Ladevorgang.
- Universelle Kompatibilität: Zusammen mit Multi-Schnellladen-Protokollen und verbesserter PPS-adaptiver Ladung bekommt diese 100W Ladestation eine universelle Kompatibilität – darunter MacBook Pro/Air/Neo-Serien, XPS-Serien, ThinkPads, iPhone 17-8 Serien, Galaxy S-und A-Serien, Switch und mehr.
- ECHTZEIT-LEISTUNGSANZEIGE: Bleiben Sie informiert mit dem digitalen Display dieses UGREEN USB-C-Kabels. Überwachen Sie die Ladegeschwindigkeit in Echtzeit und erkennen Sie sofort, wann Schnellladen aktiviert ist, für eine optimierte und effiziente Ladeerfahrung
- SICHERE 240W SCHNELLLADUNG: Dieses Kabel unterstützt eine Leistung von bis zu 240W mit PD3.1-Protokoll und einem E-Marker-Chip für sichere, zuverlässige Energieübertragung. Schützen Sie die Batterie Ihrer Geräte durch intelligentes Strommanagement und genießen Sie ultraschnelles Laden
- SCHNELLE DATENÜBERTRAGUNG: Mit bis zu 480 Mbps Datenübertragungsrate ist dieses Kabel ideal für die schnelle Übertragung von Dateien zwischen USB-C-Geräten. Perfekt für Backups, Medien oder die Synchronisation ohne Verzögerungen
- ROBUSTES UND LANGLEBIGES DESIGN: Hergestellt mit verstärkten Steckern und doppellagiger Ummantelung, widersteht das Kabel Biegungen und Abnutzung. Ideal für den täglichen Gebrauch, um Brüche zu verhindern und eine dauerhafte Leistung zu gewährleisten
- BREITE KOMPATIBILITÄT: Kompatibel mit den meisten USB-C-Geräten, darunter iPhones,Galaxy-Serie, MacBooks, iPads und mehr. Ein vielseitiges Kabel zum Laden und Datentransfer für all Ihre Geräte, einfach und effizient
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- Schlanker, flacher Stecker: Der Stecker verfügt über ein 5,8mm flaches Profil und lädt dein Handy selbst mit Hülle problemlos auf.
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Bonus: Schnellladen schadet dem Akku nicht – die Nacht bei 100 Prozent schon
Ein Handy-Akku hat zwei Feinde: Wärme und volle Ladung über lange Zeit. Bei 100 Prozent steht er unter der höchsten Spannung, die er verträgt, und das ist Stress für die Zellchemie. Beim Schnellladen wird das Handy zwar warm, drosselt sich aber selbst, sobald es zu warm wird – über 40 Grad kommt es praktisch nie. Das Schnellladen ist die kurze Phase. Das Vollhalten über Nacht ist die lange Phase, und die lange Phase zählt.
Was dagegen hilft, kostet nichts: ein Ladelimit von 80 Prozent, bei Apple wie bei Samsung in den Batterie-Einstellungen. Wer morgens die vollen 100 braucht, lässt das optimierte Laden an – dann lädt das Handy nachts bis 80 und macht die letzten 20 erst kurz vor dem Aufstehen.
Vorteile und Nachteile der drei Ladewege
✓ PD (Treppe): funktioniert mit jedem Netzteil, jeder Powerbank, an jedem Handy
✓ PPS (Rampe): Handy bleibt kühl, hält sein Tempo länger, Akku altert langsamer
✓ AVS (iPhone 17): gleiche Kühle wie PPS, und jedes PD-Netzteil funktioniert trotzdem
✗ PD: die Wärme entsteht im Handy, es drosselt nach wenigen Minuten
✗ PPS: nur mit dem richtigen Netzteil – und 3 oder 5 Ampere beziehungsweise 20 Volt entscheiden
✗ AVS: nur neue Netzteile mit PD 3.2, ältere iPhones haben nichts davon
Fazit: Drei Sätze zum Mitnehmen
Erstens: Erst wissen, was dein Handy kann – dann aufs Netzteil schauen. Die Watt auf dem Netzteil sind nur das Glas, der Strohhalm ist dein Handy. Zweitens: Samsung braucht PPS – bis zum S24 die 5 Ampere, ab dem S25 die 20 Volt. Das iPhone braucht davon gar nichts. Drittens: USB-A irgendwo in der Kette, und es ist bei 12 bis 18 Watt vorbei, egal was draufsteht.
Und wenn dein iPhone ohnehin gerade Zubehör braucht: Eine gute Hülle darf MagSafe und Kabel nicht ausbremsen – welche das schaffen, steht in meinem Test der sechs besten Hüllen für das iPhone 17 Pro.
Du willst nicht die ganze Theorie, sondern die Antwort für dein Handy?
Vier kurze Beiträge, jeder mit dem Ladecheck als Abkürzung:
- iPhone lädt langsam? – die vier Ursachen, in der richtigen Reihenfolge geprüft
- Handy lädt langsam – Netzteil oder Kabel? So findest du es ohne Messgerät raus
- iPhone 17 Netzteil – welches Ladegerät die 50 % in 20 Minuten wirklich schafft
- Samsung 45W Ladegerät – warum die meisten nur 27 Watt bringen
