
Das iPhone hängt seit einer Stunde am Strom und ist von 20 auf 45 Prozent gekommen. Kennst du. Die gute Nachricht: In neun von zehn Fällen ist das iPhone nicht kaputt und der Akku nicht am Ende. Es liegt an einem von vier Teilen zwischen Steckdose und Handy – und die lassen sich in zwei Minuten durchgehen. Ich mache das seit Jahren mit dem Messgerät, hier ist die Kurzfassung ohne Messgerät.
Keine Lust zu lesen? Lass es prüfen.
Mein Ladecheck erkennt dein iPhone, liest das Typenschild deines Netzteils vom Foto ab und sagt dir sofort, ob Netzteil oder Anschluss bremsen. Bleibt nur das Kabel als Verdächtiger, zeigt dir ein 15-Minuten-Test live, ob es das ist. Kostenlos, ohne App.
Erst mal: Wie schnell ist normal?
Damit du weißt, ob dein iPhone überhaupt langsam lädt, hier die Richtwerte mit passendem Netzteil, von 0 bis 50 Prozent:
- iPhone 17, 17 Pro, 17 Pro Max: etwa 20 Minuten (bis 40 Watt)
- iPhone 15 und 16: etwa 30 Minuten (20 bis 30 Watt)
- iPhone 12 bis 14: etwa 30 Minuten (20 Watt)
- iPhone 11 und älter, iPhone SE: 30 bis 40 Minuten (18 Watt)
Ab 50 Prozent wird jedes iPhone langsamer, ab 80 Prozent deutlich. Das ist gewollt und schont den Akku. Wenn dein iPhone von 80 auf 100 eine Stunde braucht, ist das normal. Wenn es von 10 auf 50 eine Stunde braucht, ist etwas faul.
Ursache 1: Der breite Stecker (USB-A)
Das ist die häufigste Bremse, und sie versteckt sich gut. Steckt dein Kabel in einem breiten, eckigen USB-A-Anschluss – am alten Netzteil, an der Steckdosenleiste mit USB, am Auto, an der Powerbank, am Hotel-Nachttisch – dann gibt es kein Power Delivery. Egal was auf dem Netzteil steht, das iPhone bekommt rund 12 Watt. Bei einem iPhone 17 ist das ein Drittel dessen, was es könnte. Schnellladen geht nur über den kleinen ovalen USB-C-Anschluss, mit einem Kabel, das auf beiden Seiten USB-C hat (bei iPhone 14 und älter: USB-C auf Lightning).
Ursache 2: Das Netzteil hat zu wenig Watt
Der 5-Watt-Würfel von früher lädt ein iPhone 15 in drei Stunden voll. Die Wattzahl steht auf jedem Netzteil, oft winzig, als „20W Max“ oder als Zeile wie „9V⎓2.22A“. Für iPhone 12 bis 16 reichen 20 Watt, das iPhone 17 will 40. Was dein Modell braucht und welches Netzteil das liefert, steht in meinem Beitrag zum richtigen Netzteil fürs iPhone 17 – die Logik gilt für alle Modelle.
Wichtig für iPhone-Nutzer: PPS brauchst du nicht. Das steht auf vielen Netzteilen und ist für Samsung und Pixel wichtig, dem iPhone ist es egal.
Ursache 3: Das Kabel
Bei USB-C-iPhones (ab iPhone 15) kann ein Kabel eigentlich nicht zu schwach sein, jedes normgerechte schafft 60 Watt. Aber: Billigkabel ohne den vorgeschriebenen Widerstand im Stecker, geknickte Kabel und Wackelkontakte bremsen trotzdem. Bei Lightning-iPhones gilt zusätzlich: Nur Kabel mit MFi-Zertifikat laden schnell, alle anderen werden vom iPhone gedrosselt. Ein Kabeltausch ist der schnellste Test. Ordentliche Ersatzkabel: das Apple 60W USB-C Kabel* oder das Anker USB-C Kabel 60W*, für Lightning das Anker 331 USB-C auf Lightning mit MFi*.
Ursache 4: Die Ladebuchse ist verfusselt
Klingt banal, ist aber nach USB-A die zweithäufigste Ursache. Über Monate sammelt sich Hosentaschenfussel in der Buchse, der Stecker rastet nicht mehr ganz ein, der Kontakt wird schlecht. Mit der Taschenlampe reinschauen: Wenn unten eine graue Schicht liegt, vorsichtig mit einem Holzzahnstocher herausholen. Nie mit Metall. Bei jedem zweiten „mein iPhone lädt langsam“ in meinem Bekanntenkreis war es das.
Was es sonst noch sein kann
- Das iPhone war warm. In der Sonne, unter dem Kissen, beim Spielen – Hitze drosselt das Laden sofort. Hülle ab, kühl lagern.
- Im Hintergrund lief etwas. iCloud-Backup, Fotoanalyse, ein Update. Das zieht Strom, während du lädst.
- Der Bildschirm war an. Navigation oder Video beim Laden halbiert den Fortschritt.
- Optimiertes Laden. Das iPhone hält nachts absichtlich bei 80 Prozent und lädt erst kurz vor dem Aufstehen voll. Kein Fehler.
- Der Akku ist alt. Unter 80 Prozent Kapazität in den Einstellungen nimmt er weniger Leistung an. Aber erst prüfen, nachdem die vier Ursachen oben ausgeschlossen sind – ein Akkutausch ist teuer, ein Kabel nicht.
So findest du es in zwei Minuten
Die Reihenfolge ist entscheidend: erst Anschluss, dann Netzteil, dann Kabel, dann Buchse. Genau so arbeitet mein Ladecheck. Er erkennt dein iPhone-Modell, du fotografierst das Typenschild des Netzteils, und die Seite sagt dir sofort, ob auf dem Papier alles passt. Wenn ja, startest du den 15-Minuten-Test: Du gibst deinen Akkustand ein, die Seite rechnet vor, wo du in 15 Minuten stehen müsstest, und du vergleichst. Liegst du deutlich darunter, obwohl Netzteil und Anschluss passen, bleibt nur Kabel oder Buchse. Kein Messgerät nötig.
Und weil ein iPhone, das jahrelang halten soll, mehr braucht als ein gutes Netzteil: Beim Sturz entscheidet die Hülle. In meinem Test zeige ich, welche Hülle das iPhone 17 Pro wirklich schützt, und im Panzerglas-Test zum iPhone 17 Pro, welches Glas den Fall auf die Kante übersteht.
Wer verstehen will, warum das alles so ist – was Power Delivery macht, warum USB-A ein Knick im Strohhalm ist und was AVS beim iPhone 17 ändert – liest weiter in Handy schnellladen erklärt.
