
Anker verspricht mit dem neuen Smart Nano Ladegerät nicht nur schnelleres, sondern vor allem schonenderes Laden: Das Gerät soll dein Smartphone-Modell automatisch erkennen und die Akku-Temperatur um bis zu 5 Grad senken — was laut Hersteller die Lebensdauer des Akkus verlängert. Klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Also habe ich wirklich nachgemessen, im direkten Duell gegen das originale Apple-Ladegerät.
Der Aufbau: Zwei Handys, zwei Ladegeräte, ein Stromprüfer
Damit der Test wirklich fair ist, habe ich iPhone 17 Pro Max und Galaxy Z Fold 8 exakt auf 10 Prozent Akkustand gebracht und beide gleichzeitig geladen — einmal mit dem Anker Smart Nano im „Breathing“-Schonmodus, einmal mit dem Original-Apple-Ladegerät. Ein Strommessgerät zeigt mir dazwischen die tatsächlich durchfließenden Watt, ein Infrarot-Thermometer die reale Akku-Temperatur, immer im gleichen Abstand gemessen.
Das Anker-Ladegerät soll bis zu 45 Watt liefern, das Apple-Original bis 35 Watt. Aber genau darum geht es in diesem Test gar nicht — die Frage ist, wie heiß der Akku am Ende wirklich wird.
Runde 1: Die ernüchternden Zahlen
Das Ergebnis war schon in der ersten Runde überraschend schwach: Statt der versprochenen 45 Watt kam der Anker Nano im Schonmodus nie über 32 Watt, fiel schnell auf 27 Watt ab und pendelte sich später bei rund 18 Watt ein. Das Apple-Ladegerät kam auf ähnlich verhaltene 28 Watt, obwohl das iPhone 17 Pro Max eigentlich mit bis zu 40 Watt laden kann.
Und die Temperatur? Beide Geräte lagen nach mehreren Minuten Laden nahezu identisch bei 37–38 Grad — egal, welches Ladegerät an welchem Handy hing. Der Schonmodus, der laut Werbeversprechen bis zu 5 Grad Unterschied bringen soll, war in der Praxis nicht messbar.
Getauscht, nochmal gemessen — gleiches Bild
Um sicherzugehen, habe ich die Ladegeräte anschließend komplett getauscht und zusätzlich die adaptive Ladefunktion am iPhone deaktiviert. Das Ergebnis blieb gleich: Egal welches Ladegerät an welchem Smartphone hing, die Temperaturen unterschieden sich kaum, meist im Bereich von wenigen Zehntelgrad. An einer Stelle brach die Ladeleistung sogar auf unter 1 Watt ein — vermutlich, weil beide Geräte zu diesem Zeitpunkt schon zu warm waren und die Ladeleistung automatisch komplett gedrosselt wurde.
Der Extremtest: Laden während 8K-Aufnahme
Zum Abschluss der Härtetest: Beide Handys nehmen im höchsten Videomodus auf (Galaxy Z Fold 8 in 8K, iPhone in 4K) — das zieht massiv Akku und heizt die Geräte richtig auf. Nach drei Minuten Aufnahme lagen beide bereits bei rund 40 Grad. Dann kamen die Ladegeräte wieder dazu: Am Ende zeigte das Fold 8 43 Grad, das iPhone 42 Grad — wieder praktisch kein relevanter Unterschied zwischen Anker Smart Nano und Apple-Original.
Übrigens ein guter Reminder, warum ein solider Displayschutz beim intensiven Testen und im Alltag Sinn ergibt — falls du noch auf der Suche bist, findet du in meinem Panzerglas-Vergleich fürs iPhone 17 Pro die aktuell besten Optionen.
Warum das „smarte“ Laden kaum einen Unterschied macht
Der Grund dafür ist eigentlich simpel: Nicht das Ladegerät steuert am Ende, wie heiß dein Akku wird — sondern dein Smartphone selbst. Moderne Geräte regeln die Ladeleistung permanent automatisch und drosseln sie, sobald der Akku wärmer wird. Ein Ladegerät kann gar nicht mehr Strom durchlassen, als das Handy überhaupt annimmt, egal wie „intelligent“ es sich selbst bewirbt. Genau das habe ich in diesem Test live gesehen: Beide Ladegeräte wurden vom jeweiligen Smartphone praktisch identisch gedrosselt.
Temperaturen unter 30 Grad gelten generell als besonders akkuschonend, während Werte über 40 Grad die chemischen Alterungsprozesse im Akku beschleunigen können — deshalb regeln Hersteller so aggressiv ab. Das ist auch der Grund, warum ein 45-Watt-Ladegerät nicht automatisch schädlicher ist als ein 20-Watt-Modell: Entscheidend ist, wie effizient das Ladegerät arbeitet und wie viel Wärme tatsächlich im Smartphone entsteht — nicht die reine Watt-Zahl auf der Verpackung.
Mein Fazit
Nach diesem ausführlichen Test kann ich ehrlich sagen: Einen messbaren Unterschied zwischen dem Anker Smart Nano im Schonmodus und dem originalen Apple-Ladegerät konnte ich nicht feststellen — weder bei der Temperatur noch bei der tatsächlichen Ladeleistung. Die Verarbeitung des Anker-Geräts ist zwar hochwertig und das kleine Display mit Live-Wattanzeige ist ein nettes Gimmick, aber die Kernbehauptung — bis zu 5 Grad kühleres Laden — konnte ich in keinem meiner Tests bestätigen. Am Ende regelt dein Smartphone den Ladevorgang ohnehin selbst, unabhängig davon, wie „smart“ das angeschlossene Ladegerät wirbt.
Wer sein iPhone 17 Pro ohnehin regelmäßig auf- und wieder auslädt, wie in diesem Test, sollte übrigens auch an eine ordentliche Hülle denken — mein aktueller Vergleich der besten iPhone 17 Pro Hüllen zeigt, welche Modelle dabei zuverlässig schützen.
