Auf meinem Tisch liegen zwei Netzteile von Ugreen. Beide kosten 35 Euro UVP, beide sind in diesem Monat in den Handel gekommen, beide stammen vom selben Hersteller. Das eine kann 20 Watt mehr, bringt ein Kabel mit und lädt Geräte schnell, die das andere überhaupt nicht schnell laden kann. Und trotzdem ist genau das schwächere von beiden das interessantere Gerät – denn es hat ein Display, das in Echtzeit mitschreibt, was gerade passiert.
Die Rede ist vom Ugreen Nexode Pro mit 45 Watt. Und die Frage, die ich im Video stelle und auf die ich bis heute keine gute Antwort habe, lautet: Warum baut man so etwas im Jahr 2026?
- Smartes Display, sichereres Schnellladen: Ladeleistung, Spannung, Stromstärke und Ladeprotokoll werden in Echtzeit angezeigt. Eine fortschrittliche, intelligente Temperaturkontrolle erhöht die Sicherheit beim Schnellladen. Eine dynamische Balkenanzeige macht den Sicherheitsabstand zwischen der aktuellen Temperatur und dem international festgelegten Temperaturgrenzwert auf einen Blick sichtbar – für mehr Transparenz beim Laden. Darüber hinaus erkennt das Ladegerät Modelle der iPhone 17 / 16 / 15 Serie sowie ausgewählte iPad- und MacBook-Modelle und zeigt deren genaue Modellbezeichnung direkt auf dem Display an.
- 180° drehbare Anzeige & Auto-Off: Durch 3 Sekunden langes Gedrückthalten lässt sich die Anzeige um 180° drehen, sodass sie sowohl auf dem Schreibtisch als auch an der Wand aufrecht und gut ablesbar bleibt. Wird der Always-on-Modus deaktiviert, schaltet sich das Display nach 5 Minuten ohne Bedienung automatisch aus und reduziert störendes Licht in der Nacht – ideal fürs Schlafzimmer.
- Praktisch & verspielt: Im aktivierbaren Daueranzeigemodus bleiben die Ladeinformationen ständig sichtbar. Ist kein Gerät angeschlossen, zeigt das Display im Standby zufällig wechselnde, niedliche Katzenmotive. So verbindet das Ladegerät mit Display praktische Kontrolle mit einem spielerischen Akzent für Schreibtisch und Zuhause.
- 45W Schnellladegerät für kurze Pausen: Mit bis zu 45 W lädt ein iPhone 17 Pro in nur 30 Minuten von 0 auf 70 %. Ideal zum schnellen Nachladen vor dem Arbeitsweg, zwischen zwei Terminen oder vor der Abreise. (Hinweis: Basierend auf internen Labortests von UGREEN mit einem iPhone 17 Pro bei einer Ausgangsladung von 0 %. Tatsächliche Ergebnisse können je nach Gerät, Umgebung und Nutzung abweichen.)
- Flexibler PPS-Prioritätsmodus: Aktiviere den PPS-Prioritätsmodus ganz einfach per Touch, um das PPS-Schnellladeprotokoll zu priorisieren. So können PPS-kompatible Geräte die passende Ladetechnologie nutzen – für flexibles und bedarfsgerechtes Schnellladen.
Das Display ist der eigentliche Grund, hinzuschauen
Ladegeräte mit Wattanzeige gibt es inzwischen viele. Dieses hier geht einen Schritt weiter: Es zeigt zusätzlich die anliegende Spannung in Volt, den Strom in Ampere und – das ist der eigentliche Clou – das genutzte Ladeprotokoll. Man sieht also nicht nur, dass geladen wird, sondern womit.
Im Menü, in das man über zwei Sekunden Halten kommt, gibt es genau zwei Einstellungen: PPS-Priorität und ein dauerhaft eingeschaltetes Always-on-Display. Mehr nicht. Die Verarbeitung ist tadellos, die Größe für ein Reiseladegerät ideal, und das Display ist ehrlich gesagt das beste, das ich in dieser Preisklasse bisher gesehen habe.
Der Gegentest: Wie genau misst das Display?
Eine Anzeige ist nur so viel wert wie ihre Genauigkeit. Also habe ich das Netzteil gegen mein Messgerät für 110 Euro antreten lassen. Aufbau: das 3-Ampere-Kabel, das Apple seinen Geräten beilegt, daran ein iPhone, dazwischen das Messgerät.
Das Ergebnis ist erfreulich. Bei der Spannung zeigen beide exakt 14,9 Volt. Beim Strom liegen sie mit knapp unter drei Ampere beim Ladegerät und 2,8 Ampere am Messgerät praktisch gleichauf. Bei der Leistung trennen die beiden ein paar Watt – das Ladegerät meldet etwas mehr als das Messgerät. Wer also wissen will, wie schnell sein Handy tatsächlich lädt, bekommt hier für 35 Euro ein brauchbares Messwerkzeug nebenbei. Wer es noch genauer wissen will, ohne Hardware zu kaufen, kann das auch direkt im Browser mit meinem kostenlosen Ladecheck prüfen.
Und hier kippt die Sache
Jetzt kommt der Teil, der dieses Ladegerät zu einem seltsamen Produkt macht. Das iPhone 18 Pro Max zieht bis zu 54 Watt – aber nur, wenn das Netzteil AVS beherrscht. Dieses hier beherrscht es nicht, und es hat ohnehin nur 45 Watt. Für Apples neueste Generation ist es damit schlicht das falsche Gerät.
Bei Samsung sieht es ähnlich aus. Das Galaxy S26 Ultra lädt mit 60 Watt über PPS. PPS beherrscht das Ugreen – aber eben nur bis 45 Watt. Das Protokoll stimmt, die Leistung nicht.
Beide Geräte sind genau in dem Monat in die Läden gekommen, in dem auch dieses Netzteil erschienen ist. Wer sich gerade ein neues Flaggschiff gekauft hat, greift hier also daneben. Und wenn das neue Gerät schon im Haus ist, lohnt sich ohnehin der Blick auf den Rest der Ausstattung – ich habe sowohl die aktuellen Schutzhüllen fürs iPhone 18 Pro durchgetestet als auch die Displayschutzgläser für dasselbe Modell.
- Superkompakter Power für MacBook: Das TÜV-zertifizierte ultrakompakte 65W Ladegerät mit nur 3,3 × 3,1 × 4 cm ist 74 % kleiner als normale 65W Charger, passt problemlos in jede Tasche, perfekt für unterwegs, auf Reise oder zu Hause
- Ultraschnelles Laden: Mit diesem 65-W-Ladegerät erreicht das iPhone 18 Pro Max in 15 Min. 50 % Akkustand. Inklusive 100-W-Ladekabel. *Daten aus UGREEN-Tests. Die tatsächlichen Ergebnisse können abweichen.
- Design trifft Komfort: Mit softer, rutschfester Oberfläche und Anti-Fingerprint-Beschichtung bleibt dein Ladegerät immer griffig, einfach zu Verstauen. – der stilvolle Begleiter für Büro, Café oder Business-Trip
- Power, die kühl bleibt: Dank selbst entwickelter GaNInfinity & ThermalGuard-Tech wird das Laden effizienter, die Größe kompakter, die Temperatur kühler. Genieße sicheres, leistungsstarkes und sorgenfreies Aufladen jederzeit!
- Dynamisches Schnellladen mit AVS: Die Ladespannung wird an den Bedarf kompatibler Geräte angepasst. Kompatibel mit iPhone 18 Pro/18 Pro Max, iPhone 17/16/15, MacBook Air/Pro/Neo, iPad Pro/Air, Galaxy S26 Ultra (SFC 3.0) und weiteren Geräten.
Die Pointe
Und jetzt das Beste, und ich meine das ohne jede Häme: Dieses Ladegerät ist das einzige, bei dem man live zusehen kann, was es alles nicht kann. Man steckt das neue iPhone an, und auf dem hellen, schönen Display steht dann in Echtzeit: kein AVS. Es zeigt einem die eigene Grenze an. Mit zwei Nachkommastellen.
Wenn gar nichts angeschlossen ist, zeigt es übrigens Katzen. Die funktionieren tadellos.
Vorteile und Nachteile
✓ Bestes Display, das ich an einem Ladegerät dieser Preisklasse gesehen habe
✓ Zeigt Watt, Volt, Ampere und das Ladeprotokoll an
✓ Messwerte decken sich im Test mit einem 110-Euro-Messgerät
✓ Sehr gute Verarbeitung, kompakte Reisegröße
✓ PPS an Bord
✗ Kein AVS – iPhone 18 Pro und Pro Max laden nicht mit voller Geschwindigkeit
✗ Nur 45 Watt, das Galaxy S26 Ultra will 60
✗ Kein Kabel im Lieferumfang
✗ Für denselben Preis gibt es vom selben Hersteller deutlich mehr Leistung
Für wen lohnt es sich – und für wen nicht?
Kaufen, wenn: Du ein iPhone 17 oder 17 Pro, ein iPad oder eine Apple Watch lädst und ein kleines Reiseladegerät mit Anzeige suchst. 45 Watt reichen für diese Geräte völlig, und das Display ist in dieser Preisklasse konkurrenzlos. Das ist gut angelegtes Geld.
Finger weg, wenn: Du ein iPhone 18 Pro, ein 18 Pro Max oder ein Galaxy S26 Ultra hast. Dann nimm für denselben Preis das Ugreen Nexode Air mit 65 Watt: gleicher Hersteller, gleiche 35 Euro, 20 Watt mehr, AVS an Bord, und ein 100-Watt-Kabel liegt auch noch bei. Das Display fehlt dir dort – aber es gäbe auf ihm ja nichts mehr zu sehen, was schiefgeht.
Fazit
Das Ugreen Nexode Pro 45W ist kein schlechtes Ladegerät. Es ist ein richtig gutes Ladegerät für 2025. Verarbeitung, Größe und Display sind über jeden Zweifel erhaben, und 45 Watt waren vor einem Jahr noch die Zahl, die gereicht hat. Nur ist in diesem Jahr eben etwas passiert, und dieses Netzteil hat es nicht mitgemacht.
Ich gehe fest davon aus, dass Ugreen dieses Display früher oder später in ein stärkeres Modell packt. Dann wird daraus ein Gerät, mit dem man wirklich alles laden kann. Bis dahin: abwarten oder zum Air greifen.
Und falls das nächste Gerät bei dir schon in Planung ist: Für das Falt-iPhone habe ich bereits die ersten Cases fürs iPhone Duo getestet, und auch beim Displayschutz für das iPhone Duo habe ich die ersten Kandidaten durch.

