Ich bin seit Jahren im Apple-Universum unterwegs. Meine Apps, meine Gewohnheiten, mein kompletter digitaler Alltag sind auf iOS ausgelegt. Vor einer Woche habe ich trotzdem das Galaxy Z Fold 8 in Betrieb genommen, mit einer klaren Frage im Kopf: Kann mich ein Foldable tatsächlich so überzeugen, dass ich von meinem iPhone 17 Pro Max wechseln würde? Nach sieben Tagen fällt meine Antwort völlig anders aus, als ich erwartet hätte.
Warum ich das Fold bewusst nicht als einziges Handy benutzt habe
Das muss ich vorab erklären, weil es das gesamte Ergebnis einordnet. Ich habe das Fold 8 in dieser Woche nicht als alleiniges Smartphone verwendet – und zwar absichtlich.
Der Grund ist einfach: Wenn man jahrelang iOS benutzt, weiß man irgendwann blind, wo man hin muss. Man denkt über Abläufe gar nicht mehr nach. Würde ich nach sieben Tagen Android behaupten, dass nichts davon funktioniert, wäre das schlicht unfair – das läge an der Gewohnheit, nicht am System.
Deshalb ging es mir um eine andere Frage: Wie verändert dieses Gerät die Art, wie ich ein Smartphone benutze? Nicht: Ist Android besser als iOS? Das sind zwei völlig verschiedene Dinge.
Was mich am Fold 8 wirklich genervt hat
Fangen wir mit dem Ärger an. Der Fingerabdrucksensor sitzt im Power-Button, und genau das ist mein Problem. Beim iPhone nehme ich das Gerät, schaue drauf, Face ID – fertig. Beim Fold greife ich zum Handy, halte es anders, muss den Finger gezielt an den Sensor bringen. Nach einer Woche sitzt das noch immer nicht im Muskelgedächtnis. Besonders auffällig ist der Unterschied, wenn das Gerät flach auf dem Tisch liegt.
Zweiter Punkt: die Tastenposition. Ich habe in dieser Woche unzählige Male instinktiv dorthin gegriffen, wo beim iPhone die Lautstärketasten sitzen. Beim Fold sind sie woanders. Objektiv beides Kleinigkeiten – aber genau solche Kleinigkeiten entscheiden darüber, ob sich ein Gerät intuitiv anfühlt.
Und was ich tatsächlich vermisse, ist Face ID. Nicht nur zum Entsperren. Beim Banking, bei Passwörtern, bei sensiblen Anwendungen merkt man erst, wie tief diese Technik im Alltag verankert ist, wenn sie plötzlich fehlt.
Die Überraschung: Android per ChatGPT umbauen
Ein Zuschauerkommentar brachte mich auf die Idee, direkt auf Wischgesten umzustellen. Daraus wurde etwas Größeres: Ich habe ChatGPT gefragt, wie sich Android so einrichten lässt, dass es sich möglichst wie ein iPhone anfühlt – und Schritt für Schritt eine Anleitung bekommen.
Startbildschirm angepasst, Einstellungen verändert, Gesten umgestellt. Danach fühlte sich das Gerät deutlich vertrauter an. Genau hier liegt eine echte Stärke von Android: Ich muss mich nicht komplett dem System anpassen, sondern kann das System zu einem gewissen Grad an mich anpassen.
Zugeklappt für Kleinkram, aufgeklappt für alles andere
Was mir nach einer Woche besonders aufgefallen ist: wie oft ich das Fold zugeklappt benutze. Nachricht lesen, kurz antworten, Uhrzeit checken, Musik wechseln, schnell etwas nachschlagen – dafür reicht das Außendisplay vollkommen.
Sobald ich aber länger etwas machen will, klappe ich automatisch auf. Diese Trennung finde ich inzwischen richtig interessant: kleine Aufgabe zu, längere Aufgabe auf. Dadurch fühlt sich das Fold streckenweise fast wie zwei unterschiedliche Geräte an.
Der Moment, in dem sich mein iPhone limitiert anfühlte
Das ist die merkwürdigste Veränderung dieser Woche. Ich nehme mein iPhone 17 Pro Max in die Hand – ein Gerät, das ich in- und auswendig kenne – und es fühlt sich plötzlich nicht mehr richtig an.
Nicht weil es schlecht wäre. Sondern weil ich weiß, dass ich das Fold jetzt aufklappen könnte und deutlich mehr Display hätte. Vor einer Woche war ein normales Smartphone für mich völlig normal. Jetzt greife ich zum iPhone und denke: Warum kann ich das nicht einfach aufklappen? Damit hätte ich niemals gerechnet.
Und genau darin liegt der eigentliche Reiz eines Foldables. Es geht nicht darum, ständig ein riesiges Display zu brauchen. Es geht um die Möglichkeit, zu wechseln. Man hat ein normales Smartphone dabei – und wenn man mehr will, klappt man auf.
Ist das Fold 8 damit besser als das iPhone?
Nein, und das will ich auch gar nicht behaupten. Für viele Menschen bleibt das iPhone die bessere Wahl: Wer ein Gerät möchte, das einfach funktioniert, das er seit Jahren kennt und um das er sich nicht kümmern muss, ist dort richtig.
Aber wer Lust auf etwas Neues hat, wer sein Smartphone tatsächlich anders benutzen möchte und manchmal mehr Display braucht, für den wird ein Foldable plötzlich sehr interessant.
Mein Fazit nach sieben Tagen
Würde ich mein iPhone 17 Pro Max sofort verkaufen und komplett wechseln? Nein. Eine Woche ist dafür zu kurz, und mein gesamter digitaler Alltag hängt an Apple.
Hat das Fold 8 meine Meinung verändert? Definitiv. Ich bin mit dem Gedanken hineingegangen, zu prüfen, ob dieses Gerät überhaupt alltagstauglich für mich ist. Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich sage: Vielleicht will ich gar nicht mehr zurück zu einem normalen Smartphone.
Das Fold 8 ist nicht perfekt. Der Fingerabdrucksensor, die Tastenposition, das fehlende Face ID, die Eingewöhnung in Android – alles berechtigte Kritikpunkte. Aber am Ende bleibt eine Sache übrig: Ich greife freiwillig lieber zum Fold. Und genau das ist für mich das interessanteste Ergebnis dieses Tests. Nicht Benchmarks, nicht technische Daten, sondern die simple Frage, welches Gerät man von sich aus in die Hand nimmt.
Was ihr beachten solltet, wenn ihr wechselt
Ein Foldable ist deutlich empfindlicher als ein herkömmliches Smartphone – vor allem das Innendisplay mit seiner ab Werk verklebten Schutzfolie, die man nicht entfernen darf. Wer über den Umstieg nachdenkt, sollte den Schutz von Anfang an mitplanen.
Welche Hüllen das Fold 8 tatsächlich schützen und wie stark deren Magnete halten, haben wir mit dem Zugmessgerät nachgemessen – die Ergebnisse stehen im großen Hüllen-Vergleich für das Galaxy Z Fold 8. Und weil sich beim Innendisplay die Frage stellt, ob man es überhaupt schützen kann, findet ihr die Antwort samt Praxistest im Displayschutz-Test fürs Z Fold 8.
Wie seht ihr das? Würdet ihr vom iPhone auf ein Foldable wechseln, oder wartet ihr auf das iPhone Fold? Schreibt es in die Kommentare.

